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Margrit Schriber: Glänzende Aussichten

Dienstag, 6. Februar 2018 - in Rezensionen-Belletristik

Margrit Schriber, Glänzende Aussichten, Tankstelle, Tankwartin, Einzelgängerin, Belletristik, spannendes Buch, Leseempfehlung, Buchrezension

Pia hat einst von ihrem Vater die kleine Tankstelle, die außerhalb des Dorfes liegt, geerbt. Bei ihr gibt es noch echten Service. Doch bricht die Zeit der Großtankstellen an. Selbstbedienung wird selbstverständlich. Ihr aufdringlicher Exfreund Luc fährt hier bei Pia immer noch gerne vor. Er glaubt, das Recht zu haben, bei ihr kostenlos zu tanken. Er fantasiert sich immer wieder irgendwelche Besitzansprüche zusammen, bedient sich an der Kasse und rät Pia, die Tankstelle zu verkaufen, damit sie ihn auszahlen kann. Er scheut sich nicht davor, schon mal handfeste Pläne zu machen.

Auch der Gebrauchtwarenhändler von nebenan schielt herüber. Er braucht mehr Platz. Und natürlich hat auch der Benzinlieferant entsprechende Pläne für das attraktive Gelände und macht ein Angebot.

Aber Pia will nicht. Die Tankstelle ist ihr Leben. Da kaum noch etwas reinkommt, beschließt sie, eine Autowaschstraße bauen zu lassen. Für diese erhoffte Belebung ihres Geschäfts nimmt in Kauf, sich hoch zu verschulden.


Einsamkeit, aufgedrängte Regeln und ein unglaublich frecher Exfreund bestimmen das Leben von Pia. Für Abwechslung sorgen eine Freundin, die kommt, wann es ihr beliebt und Gigi, der auf dem Nachbargrundstück gebrauchte Autos verkauft. Die wenigen Kunden nicht zu vergessen!

Die Ruhe ist also trügerisch, das wird sehr deutlich dargestellt. Aber Pia, die eine Einzelgängerin ist, sträubt sich gegen jede Veränderung.

Die ganze Situation hat bei allem Ernst auch etwas Komisches. Auf diese Art stellt die Autorin dar, wie viel Pia sich gefallen lässt. Obwohl sie eine Frau ist, die jeden Tag beweist, dass sie ordentlich zupacken kann.

Im Grunde weiß sie auch, dass sie verloren hat. Es wird ihr in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Aber obwohl es schon tüchtig in ihr zu brodeln beginnt, greift sie nach einem Strohhalm, der richtig teuer ist. Die Frage ist, ob sie sich da mit den richtigen Mittel wehrt und die Rechnung aufgeht. Tatsächlich hat das Buch, das einige interessante autobiographische Züge hat, dann auch ein verblüffendes Ende!

 

Rezension von Heike Rau

 

Margrit Schriber

Glänzende Aussichten

176 Seiten, gebunden

Nagel & Kimche

ISBN-13: 978-3312010622