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Irene Diwiak: Liebwies

Mittwoch, 23. August 2017 - in Rezensionen-Belletristik

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Der Musikexperte Christoph Wagenrad reist auf Einladung eines Freundes im Jahre 1924  ins österreichische Liebwies, weil dieser hier ein Talent entdeckt hat. Doch für die junge Frau hat er keinen Blick, er hört sie nicht. Es ist Gisela, die ihn fasziniert, da sie seiner verstorbenen Frau so ähnlich sieht. Blind vor Liebe gedenkt er, aus ihr einen Star zu machen. Zu spät entdeckt er, dass ihr die Stimme dafür fehlt. Doch Gisela ist schlau. Wagenrad hat keine Wahl, er muss Gisela ans Konservatorium bringen. Sie erhält sogar die Hauptrolle in einer Oper, die August Gussendorff komponiert und die, man mag es kaum glauben, ohne eine talentierte Sängerin auskommt. Nun, eigentlich stammen die Kompositionen von seiner Frau Ida. Er macht nur das Gesamtwerk daraus. Aber wen interessiert das schon? Als Ehemann muss er seine Frau ja wohl nicht um Erlaubnis bitten. Die Frage ist nur, ob Gussendorff damit Erfolg haben wird.


Der schöne Schein ist Thema des Buches. Nach außen ist alles perfekt. Schaut man hinter die Kulissen, werden Dramen offenbart. Das alles beschreibt die österreichische Autorin Irene Diwiak mit feiner Ironie und einer gewissen Boshaftigkeit in einem ganz besonderen Schreibstil und fängt dabei auch den Zeitgeist perfekt ein. Trotz der vielen Schicksalsschläge, die hier vorüberziehen, ist der Geschichte Humor nicht abzusprechen, nur ist dieser eben teilweise rabenschwarz und tiefgründig. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.

Die Figuren werden äußerst lebendig beschrieben. Die, die dem Ruhm nachjagen und die, die eigentlich ihre Ruhe wollen oder zumindest ihr eigenes Leben. Zufälle, äußere Einflüsse, Ungerechtigkeit, eigenes Unvermögen und Vertrauensbruch bestimmen das Leben von Gisela Liebwies und Ida Gussendorff. Diese beiden Frauen stehen im Mittelpunkt des Buches. Sie haben es nicht einfach, durchs Leben zu kommen. Sie versuchen Chancen zu nutzen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, biegen am Scheideweg aber auch mal falsch ab. Woher soll man auch wissen, was richtig und was falsch ist in dieser verkehrten Welt und wohin das Schicksal führen wird?

 

Rezension von Heike Rau

 

Irene Diwiak

Liebwies

336 Seiten, gebunden

Deuticke Verlag

ISBN-13: 978-3552063471