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Nicci French: Eine bittere Wahrheit

Donnerstag, 16. Dezember 2021 - in Rezensionen-Krimi

Nicci French, Eine bittere Wahrheit, Thriller, Krimi, Spannung, vor Gericht, Gerichtsprozess, Rezension, Online Review, Bewertung, Bestseller

Tabitha ist zurückgekehrt nach Okeham. Sie hat hier ein Haus gekauft, dass sie sanieren möchte. Dass ihr ehemaliger Lehrer Stuart Rees in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, stört sie nicht, obwohl er ihr, als sie 15 Jahre alt war, etwas Schlimmes angetan hat. Wichtig für sie sind die Ruhe hier und die Nähe zum Meer, in dem sie bei jedem Wetter schwimmt. Doch eben dieser Lehrer wird nun in ihrem Schuppen tot aufgefunden. Wer hat ihn ermordet? Alle Indizien weisen auf Tabitha, die ein Motiv hat. Und so kommt die junge Frau in Untersuchungshaft.

 

Bei den Befragungen erwähnt Tabitha nicht, dass sie unter Depressionen leidet. Auch was ihr der Lehrer angetan hat, verschweigt sie. Was spielt es für eine Rolle? Sie war es nicht oder glaubt zumindest, nicht dazu fähig zu sein. Sie hatte eine schlimme depressive Phase an diesem Tag und kann sich kaum erinnern. Das alle wird gegen sie ausgelegt. Ihre Anwältin möchte, dass sie sich schuldig bekennt, also beschließt Tabitha, sich selbst zu verteidigen.


Im Buch geht es hauptsächlich um den Prozess und natürlich die Vorbereitung darauf. Tabitha rekonstruiert den Tag des Mordes mit einer Liste. Die chronologische Aufstellung der Vorkommnisse ist zunächst sehr kurz und umfasst nur wenige Punkte und Bemerkungen. Ich fand es ausgesprochen spannend zu sehen, wie sie sich hier vorarbeitet und wie die Liste mit der Zeit immer ausführlicher wird.

Tabitha ist keine angenehme Person. Sie vernachlässigt sich selbst, lässt sich gehen. Und doch kämpft sie auch für ihre Rechte. Immer wieder schafft sie es, sich zu motivieren. Das ist widersprüchlich, aber doch glaubhaft dargestellt. In entscheidenden Momenten vor Gericht gelingt es ihr, sich zu konzentrieren und Zweifel an ihrer Schuld zu säen. Doch was soll ihr das helfen? Das ganze Dorf hat sich gegen sie verschworen. Man mag sie nicht.

Mir hat die ausführliche Art, diesen Thriller aufzurollen, sehr gut gefallen. Es ist interessant zu verfolgen, wie Tabitha sich schlägt und wie kleinste Details helfen, den Tag zu rekonstruieren. Mit dem Ende kann ich mich nicht anfreunden. Ich möchte natürlich im Rahmen dieser Rezension nicht zu viel verraten. Aber es gibt einen extremen Wendepunkt.

Rezension von Heike Rau

Nicci French
Eine bittere Wahrheit
Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller
512 Seiten, Klappenbroschur
C. Bertelsmann Verlag, November 2020
ISBN-13: 978-3570103784