
Aroniabeeren sind vitaminreich und gelten deshalb als Superfood. Auch hier sieht man die Sträucher mittlerweile oft in den Gärten und Parks. Geerntet wird jedoch selten. Ich habe beobachtet, dass die Beeren meist einfach am Strauch verbleiben. Sie schmecken nicht. Oder doch? Lies weiter, wenn du wissen möchtest, was du mit Aroniabeeren machen kannst.
Die Aronia oder Schwarze Apfelbeere ist eigentlich im Osten Nordamerikas beheimatet. Das Kernobstgewächs wächst als Strauch von 1 bis 2 m. Schon Kleinsträucher tragen reich. Zudem ist die Aronia melanocarpa als Bäumchen bzw. Aronia Hochstamm oder Halbstamm erhältlich. Es gibt verschiedene Kultursorten mit glänzenden oder kaum glänzenden Früchten und auch Züchtungen mit einem niedrigeren Gerbstoffgehalt.
Der gesundheitliche Wert der Aronia ist bekannt, nicht umsonst gibt es getrocknete Aroniafrüchte, Aroniasaft und Aroniapulver in der Apotheke, im Reformhaus und im Bioladen. Die Anbauflächen wachsen stetig. In Deutschland gibt es ebenfalls welche, jedoch gelingt der Anbau auch im eigenen Garten. Die Aronia ist pflegeleicht, anpassungsfähig und toleriert Frost recht gut. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.
Mit der Ernte kann Mitte August begonnen werden, dann aber schmecken die Aroniabeeren tatsächlich nicht besonders gut. Sie sind doch sehr herb und verursachen ein deutlich zusammenziehendes Gefühl im Mund und insbesondere auf der Zunge. Das liegt an den enthaltenen Gerbsäuren, die jedoch in der Naturheilkunde durchaus Wertschätzung erfahren. Ab Ende September sind die Aroniafrüchte süßer und im Oktober bis Anfang November, also nach dem ersten Frost, schmecken sie am besten. Nascht man öfter, gewöhnt man sich an die Gerbsäuren. Ich mag die Aroniabeeren mittlerweile auch roh sehr gerne.
Die kleinen Apfelfrüchte sind so groß wie Kulturheidelbeeren. Sie sind glänzend dunkelviolett und haben je nach Sorte einen leichten Flaum. Das Fruchtfleisch zeigt sich weinrot. Die kleinen Kerne stören nicht und können mitgegessen werden. Es ist jedoch zu beachten, dass sie roh geringe Mengen Amygdalin enthalten, also gebundene Blausäure. Kleine Mengen Aroniabeeren sind jedoch kein Problem, wie die Verbraucherzentrale bestätigt. Es werden ohnehin nicht alle Kerne zerkaut. Bei einer Weiterverarbeitung beispielsweise zu Konfitüre wird die Blausäure zerstört.
Die Aroniabeere punktet mit ihrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, die für ihre antioxidative Wirkung bekannt sind. Diese Anthozyane sind auch für die dunkle Färbung der Apfelfrüchte verantwortlich. Ihnen wird eine zellschützende Wirkung zugeschrieben, können sie doch freie Radikale unschädlich machen. Die kleinen Früchtchen enthalten reichlich Vitamin C und Mineralstoffe wie Eisen und Zink. Genaue Angaben findest du beim Aroniabeere e.V.
Die frischen Aroniabeeren lassen sich sehr gut im Kühlschrank lagern. Mehrere Wochen sind möglich. Aber auch ohne Kühlung bleiben sie einige Tage frisch. Wer den ganzen Winter etwas von der Ernte haben möchte, kann die Apfelfrüchte einfrieren oder trocknen. Sie können Zutat zum Porridge, Müsli oder Smoothie sein.
© Text und Bild Lesefreizeit
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