Wenn der Kleiderschrank randvoll ist, du es aber nicht schaffst, radikal auszumisten, dann ist der sanfte Weg zum Minimalismus durch natürlichen Schwund perfekt für dich. Statt in einem Rutsch alles auszusortieren, gibst du dir Zeit. Du beobachtest, was du wirklich trägst und was nur Platz beansprucht. So entwickelst du ein Bewusstsein dafür, was du brauchst, um genug zu haben. Dabei helfen dir einfache Kategorien, die dir einen guten Überblick verschaffen.
Überblick gewinnen mit der Einteilung der Kleidung in Kategorien
Wenn du deinen Kleiderschrank nicht aktiv ausmisten möchtest, kann es sinnvoll sein, den Bestand nach und nach ein wenig auslaufen zu lassen. Gleichzeitig sollst du natürlich nicht eines Tages dastehen und merken, dass du zu wenig anzuziehen hast. Damit das System funktioniert, verschaffst du dir Schritt für Schritt einen Überblick über deinen Kleiderschrank. Teile deine Kleidung in klare Kategorien ein, beispielsweise T-Shirts, Hosen, Pullover, Unterwäsche oder Socken, und kaufe nichts Neues, solange in einer Kategorie noch ausreichend vorhanden ist.
Die Frage ist, was für dich ausreichend ist, was dir genügt. Das musst du dir vorab überlegen und am besten auch notieren. Kommst du mit 10 T-Shirts und 3 Hosen gut hin? Lege eine Anzahl für alle Kategorien fest.
Diese individuelle Anzahl je Bereich entscheidet dann darüber, ob ein Teil zu ersetzen ist, das du aussortieren musst, weil es verschlissen ist, nicht mehr passt oder dir nicht mehr gefällt. Sind jedoch noch ausreichend Kleidungsstücke dieser Kategorie vorhanden, wird das Teil nicht durch ein neues ersetzt, sondern kommt weg. So entsteht mit der Zeit ein Kleiderschrank, der übersichtlich ist und es dir leicht macht, deine Kleidung für den Tag auszuwählen.
Tipp: Wenn du nicht gleich deinen ganzen Kleiderschrank kategorisieren möchtest, fange mit ein oder zwei Kategorien an, so wie es für dich passt.
Wenn du schneller mit dem Minimalismus im Kleiderschrank vorankommen möchtest
Durch das System mit den Kategorien, landest du irgendwann bei den Teilen, die du nicht ganz so gerne magst, aber nie aussortieren wolltest. Jetzt musst du entscheiden, ob du sie doch noch aufträgst oder nie wieder anziehen wirst. Wie gesagt, deine Motivation ist, erst dann ans Ersetzen zu gehen, wenn die Anzahl an Kleidungsstücken unter der von dir angedachten Zahl liegt. Das dürfte dir die Entscheidung erleichtern.
Trage aber unbedingt auch deine Lieblingsstücke weiter, denn sie sollen nicht nur im Schrank hängen oder liegen. Kleidung wird durch Schonen nicht besser, sondern passt vielleicht irgendwann nicht mehr, kommt aus der Mode oder entspricht nicht mehr deinem Stil.
Dieser Ansatz ist keine strenge No Buy Challenge. Wenn dir tatsächlich etwas fehlt, darfst du selbstverständlich ohne abzuwarten nachkaufen, nur eben bewusst und mit dem guten Gefühl, es wirklich zu brauchen.
Nutze die Stapelmethode für noch bessere Übersicht
Bei spontanen Wünschen nach einem neuen Kleidungsstück, überlege dir zuerst, ob es ein Teil gibt, das ohnehin bald ausgetauscht werden muss. So wirst du automatisch wieder auf die Kleidungsstücke aufmerksam, die du selten trägst oder eigentlich nicht mehr magst. Du hast also keinen wirklichen Bedarf, daher sollte dein Wunsch vorerst ein Wunsch bleiben und nicht zu einem Spontankauf werden.
Um den Überblick zu behalten, sortiere deine Kleidung in zwei Stapel: deine Lieblingsstücke auf der einen Seite und die, die du weniger gern trägst, im Stapel auf der anderen. Bei hängender Kleidung drehst du einfach alle Kleiderbügel um, sodass die Öffnung nach vorn zeigt. Wenn du ein Teil getragen hast, hängst du es wieder richtig herum zurück. So siehst du auf einen Blick, dass du genug hast, und es wird dir leichter fallen, dich nach und nach von den Kleidungsstücken zu trennen, die du wirklich nicht mehr tragen wirst.
Mit der Zeit wird dein Kleiderschrank fast von selbst übersichtlich und du näherst dich deiner festgelegten Maximalzahl. Es fällt dir leichter, dich von Kleidungsstücken zu trennen, die du nicht mehr tragen möchtest, sodass du bald nur noch hast, was du wirklich gerne anziehst. Es ist ein automatisches Wenigerwerden, und trotzdem hast du genug anzuziehen. Bis der Prozess abgeschlossen ist, dauert es nach meiner Erfahrung Monate, denn viele Kleidungsstücke werden saisonal getragen. Danach kannst du das Gleichgewicht leicht bewahren, indem du ein Teil gehen lässt, sobald ein neues hinzukommt.
Tipp: Wende diese Strategie auch auf Handtücher, Bettwäsche und alles, was sich sonst noch in deinem Kleiderschrank befindet, an.
© Text und Bild Lesefreizeit
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