Kennst du den Speierling? Ein heimisches Wildobst neu entdecken

Veröffentlicht am 26. Mai 2026 um 14:22
Ein Spierling Baum mit grünen Früchten.

Der Speierling, auch Spierapfel oder Sperberbaum genannt, ist als Wildobstbaum recht selten. 1993 war er "Baum des Jahres", was ihm viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Aufgrund seiner hohen Trockenheitsresistenz rückt er wieder stärker ins Blickfeld. Als Vogelschutzgehölz ist er ohnehin eine Empfehlung für naturnahe Gärten, Parks und Streuobstwiesen. In diesem Blogbeitrag erfährst du Wissenswertes zu diesem traditionsreichen Kernobstbaum.

Interessantes zum Speierling

 

Der Spierapfel (Sorbus domestica) gehört zur Familie der Rosengewächse und hier zur Gattung der Mehlbeeren. Ein frei stehender Baum kann bis zu 20 Meter hoch werden. Da er gut schnittverträglich ist, kann man ihn durchaus auch kleiner halten.

Mit seinen gefiederten Blättern ist der Baum ein schöner Anblick und sieht der Vogelbeere bzw. Eberesche ähnlich, die ja auch zur Gattung der Mehlbeeren gehört. Die kleinen weißen Blüten in den kegelförmigen Schirmrispen haben einen zarten Duft, der wahrnehmbar ist, wenn man in der Nähe des Baumes ist. Für viele Insekten wie Wildbienen und Hummeln sind sie eine wichtige Nahrungsquelle, während die Früchte bei Vögeln beliebt sind.

Als Laubbaum zeigt der Speierling eine schöne Herbstfärbung mit gelb-orangen Blättern.

 

Wissenswertes: Der Speierling zählt in den meisten Bundesländern zu den gefährdeten Pflanzenarten.

 

Ein besonders ertragreiches Wildobst

Reife Früchte vom Speierling.

Die Apfelfrüchte sind apfel- bis birnenförmig, wie du auf den Fotos gut erkennen kannst, und bis zu 4 cm lang. Reif werden sie von September bis Oktober. Sie sind zunächst grün und werden dann grün-gelblich. Auf der Sonnenseite bekommen sie rote Bäckchen. Im Kerngehäuse befinden sich ein oder zwei Samen, selten auch mehr.

Die Vitamin-C-reichen Früchte sind essbar, aber da sie gerbstoffhaltig sind, vielleicht nicht jedermanns Sache. Wer sie roh probieren möchte, sollte mit der Ernte warten, bis sie vollreif sind und von selbst vom Baum fallen, oder sie nach der Ernte lagern, bis sie überreif und etwas weicher geworden sind. Dann schmecken sie besser, sind aber etwas mehlig. Da insbesondere die nicht ganz ausgereiften Früchte reich an Pektinen sind, lassen sie sich gut zu Konfitüren verarbeiten, am besten zusammen mit Äpfeln, Birnen oder Quitten bzw. mit dem Saft der Früchte zu fruchtigen Gelees. Geliermittel sind nicht nötig. Aber auch zum Kochen von Kompott oder Fruchtmus lassen sich die kleinen Speierlingsfrüchte verwenden. Ist die Ernte groß, besteht die Möglichkeit, die Früchte zu trocknen und als Backobst zu nutzen.

 

Wissenswertes: Keltereien nutzen den gerbstoffreichen Saft unreifer Früchte traditionell zur Klärung von Apfelwein, was dem Speierling-Apfelwein auch ein besonderes Aroma verleiht.

 

Der Speierling im Garten

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, dieses pflegeleichte und robuste Wildobst in deinem Garten anzubauen, wende dich am besten an eine Baumschule. Eine Ernte ist erst in ein paar Jahren zu erwarten. Es dauert, bis der Baum blüht und Früchte trägt. Es kann also sinnvoll sein, nach einem schon etwas größer gewachsenen Speierling Ausschau zu Halten, um etwas Zeit zu gewinnen.

Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Standort aus. Der Sperling-Baum ist ein Tiefwurzler und bevorzugt kalkhaltige Böden, kommt aber auch mit ungünstigeren Bodenverhältnissen gut zurecht.

Sobald die Wurzeln tief genug gewachsen sind, toleriert er Trockenheit. Schließlich zählt er aufgrund seiner Robustheit und Anpassungsfähigkeit zu den sogenannten "Klimabäumen".

Nur wenn du möchtest, dass er klein bleibt, musst du ihn zurückschneiden, wobei es auch kleiner bleibende Sorten gibt.

 

Tipp: Ebenfalls empfehlenswert für den naturnahen Garten ist die Kornelkirsche.

 

© Text und Bilder Lesefreizeit

 

Lesetipp:

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