Die Haferwurzel ist eine Pflanze, die ausgesprochen schön blüht. Sie wird auch Purpur-Bocksbart genannt, was einen Hinweis auf die Blütenfarbe gibt. Tatsächlich ist auch eine Ernte zu erwarten, denn die Haferwurzel ist auch ein Wurzelgemüse, das allerdings in Vergessenheit geraten ist und wohl von der Schwarzwurzel verdrängt wurde. Man kann sie also als Gemüse anbauen oder als Zierpflanze ins Blumenbeet setzen.
Interessantes zur Haferwurzel
(enthält Werbung) Der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Purpur-Bocksbart (Tragopogon porrifolius) ist ein Korbblütler (Asteraceae), gehört zur Gattung der Bocksbärte (Tragopogon), ist zweijährig und winterhart. Die Pflanze blüht im zweiten Jahr, im Juni und Juli, mit auffälligen Blüten in Purpurlila, die gerne von Wildbienen und anderen Insekten besucht werden. Man kann beobachten, dass die Blüten sich morgens öffnen und bereits um die Mittagszeit langsam wieder schleißen.
Spannend ist auch, was unterirdisch wächst. Wir haben es mit einer alten Gemüsesorte zu tun, einem Wurzelgemüse. Entsprechend bildet sich eine Pfahlwurzel heraus, die sich verzweigt. Sie ist essbar und soll milder als Schwarzwurzel schmecken. Man schält sie und dünstet, brät oder frittiert sie dann, so wie eben auch die Schwarzwurzel. Erntezeit ist im Herbst. Auch die Blätter sind essbar und lassen sich wie Spinat zubereiten. Die Blüten kann man als essbare Deko nutzen.
Vielleicht bekommt die Haferwurzel ja wieder mehr Aufmerksamkeit, gerade wenn die Sommer wärmer und trockener werden. Die Pflanze verträgt Trockenheit nämlich gut und ist dazu pflegeleicht. Natürlich muss regelmäßig das Unkraut entfernt werden.
Wissenswertes: Der Purpur-Bocksbart ist mit dem Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) verwandt, der ebenfalls schön blüht und eine fleischige Pfahlwurzel ausbildet, die wie die ganze Pflanze ebenfalls essbar ist.
Wie man an Haferwurz-Pflanzen kommt
Am ehesten bekommt man eine Pflanze über eine Pflanzentauschbörse oder eine Gärtnerei, die historische Sorten führt. Hier ist auch das Saatgut erhältlich. Ausgesät wird Anfang April, direkt im Freiland. Wenn der Boden leicht feucht gehalten wird, kommt es nach zwei bis drei Wochen zur Keimung. Es ist nicht nötig, zusätzlich zu düngen.
Von Vorteil ist, dass die Haferwurzel winterhart ist. So kann nicht nur im Spätherbst, sondern auch den Winter über an frostfreien Tagen geerntet werden. Im zweiten Wachstumsjahr wird die Wurzel nicht mehr geerntet, da sie dann verholzt. Dafür kommt es dann zur Blüte. Die Samenstände ähneln Pusteblumen. Und so lässt sich Saatgut gewinnen, wobei sich der Purpur-Bocksbart auch von selbst aussät.
© Text und Bilder Lesefreizeit
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