In Zutatenlisten von Rezepten wird oft eine Vielzahl an Gewürzen genannt. Aber wer hat schon eine so große Auswahl zu Hause? Natürlich muss sich niemand, der selbst kocht, mit Salz und Pfeffer zufrieden geben, denn es gibt so viel mehr, das Gerichten Würze verleiht. Trotzdem musst du nicht exakt nach Rezept würzen. Mach es doch einfach so wie ich und würze nach Gefühl. Es macht Spaß, einfach mal auszuprobieren, wozu ein bestimmtes Gewürz oder eine Gewürzmischung passt.
Ein riesiges Gewürzregal
Wenn man sich die Regale in Supermärkten, Bioläden und Reformhäusern anschaut, scheint die Auswahl fast unendlich groß zu sein. Hier kann man schon mal die Übersicht verlieren. Und viele wissen gar nicht, was man für welche Gerichte nutzen kann. Meist steht ein Vorschlag mit auf dem Glas oder dem Tütchen. Es ist aber nicht so, dass ein Gewürz einen bestimmten Verwendungszweck hat, dass beispielsweise Tomatensalz nur für Tomaten und Lebkuchengewürz nur für Lebkuchen verwendet werden darf. Die Geschmäcker sind schließlich verschieden und Gewürze als Aromageber tatsächlich vielseitig verwendbar. Es gibt keine Regeln, an die ich mich halte. Sicher hast du eine gute Auswahl in deinem Gewürzschrank, gut aufbewahrt in luftdicht verschlossenen Gläsern. Aber einige verwendest du, da du sie möglicherweise geschmacklich nicht immer für passend hältst, einfach zu selten.
Und die Mengenangaben im Rezept?
Die verstehe ich als Richtlinie, die über- oder unterschritten werden darf. Sie gibt Orientierung, ist aber nicht Vorschrift. Es ist deshalb besser, Gewürze nach Geschmack zu verwenden, beginnend mit wenig. Du kannst ja eine Kostprobe machen, abschmecken und nachwürzen. So bist du auch auf der sicheren Seite, wenn nur von einer Prise die Rede ist oder gar keine genaue Menge angegeben wurde.
Einfach mal ausprobieren
Es spricht nichts gegen Würzen nach Gefühl. Es kann sogar richtig gut sein. Außer bei der Verwendung von Salz vielleicht, aber das ist eine andere Geschichte. Intuitiv zu würzen, hat etwas mit Kreativität zu tun und kann bekannten Gerichten auch mal eine andere Note verleihen. Es macht Spaß, Neues auszuprobieren. Frag dich beim Abschmecken einfach mal, was hier noch fehlt, damit es harmonisch schmeckt.
Beim intuitiven Würzen besser vorsichtig dosieren
Verwende immer nur kleine Mengen an Gewürzen oder Kräutern und ergänze nach und nach, damit dein Essen zum Schluss nicht überwürzt oder zu scharf ist. Bei einigen fein gemahlenen Gewürzen solltest du unbedingt einen Löffel zum Dosieren nehmen und nicht die Finger. Es ist auch keine gute Idee, an diesen Gewürzen oder Gewürzmischungen zu schnuppern, denn das kann Augen, Nase und Atemwege ganz schlimm reizen.
Hier ist eine kleine Liste mit Beispielen:
- gemahlene Muskatnuss
- gemahlener Zimt
- Chili- bzw. Capsaicin-Pulver
- Senfpulver
- Wasabi- oder Meerrettichpulver
- gemahlener Pfeffer
Entspannt kochen nach Rezept
Manche Rezepte in Kochbüchern oder Zeitschriften haben unglaublich viele Gewürze aufgelistet, obwohl sie einfach nachzukochen sein sollen. Verlierst du dann die Lust am Kochen oder glaubst, das Rezept ist nichts für dich, weil du nicht alles, was da aufgezählt wird, dahast und weder Wacholderbeeren, Kreuzkümmel, Kurkuma noch Senfkörner für deinen Vorrat kaufen möchtest? Und schon gar keine exotischen Kräuter und Gewürze wie Schwarzen Kardamom, Räucherpaprika, Zitronengras oder Kaffir-Limettenblätter. Nur kein Stress, das ist kein Problem, wenn du nach Gefühl würzen kannst. Denn dann bist du in der Lage, ein fehlendes Gewürz durch ein anderes, das du da hast, auszutauschen, es wegzulassen und andere dazuzunehmen. Mach es auf deine Art, mit Fantasie und so, wie du es passend findest!
Lass jede Mahlzeit einzigartig schmecken
Wenn ein Gericht jedes Mal gleich schmecken soll, musst du natürlich nach Kochbuch oder deinen eigenen Notizen kochen. Da spricht nichts dagegen. Kochst du jedoch intuitiv, entwickelst du deinen eigenen Kochstil. Ich koche nicht so oft direkt nach Kochbüchern, verstehe ein Rezept eher als Anregung und mache es zu meinem eigenen, tausche Zutaten aus und passe Mengen an. Wenn du nach Gefühl würzt, sind auch bekannte Rezepte immer wieder anders. Schmeckt dir eine Speise nur aufgrund der zugesetzten Gewürze nicht, werde kreativ! So lernst du Gewürze besser kennen. Ja, es kann passieren, dass du auch mal falsch liegst. Es ist ein Lernprozess und du wirst mit der Zeit sicherer werden. Und wenn du Lust hast, experimentiere mit einem neuen Gewürz!
© Text und Bild Lesefreizeit
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