Blaubeeren oder Heidelbeeren sind keine unterschiedlichen Früchte. Botanisch gesehen gibt es keinen Unterschied. Die verschiedenen Bezeichnungen werden regional verwendet. In manchen Gegenden werden sie auch Schwarzbeere oder Wildbeere genannt. Davon abgesehen gibt es noch die Kulturheidelbeere. Warum sich ein Vergleich zwischen der wilden Waldheidelbeere und der Kulturform lohnt, liest du in diesem Beitrag.
Die entscheidenden Unterschiede zwischen Wild- und Kulturheidelbeeren
Zwischen wildwachsenden Heidelbeeren, Waldheidelbeeren und Blaubeeren besteht kein Unterschied, denn es sind nur verschiedene Bezeichnungen für ein und dieselbe Beere (Vaccinium myrtillus). Aber es gibt noch die Kulturheidelbeeren, die im Supermarkt verkauft werden. Und zwischen den wilden und den gezüchteten gibt es deutliche Unterschiede, auch wenn beide zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) gehören und damit zur selben Beerenfamilie. Die Kulturheidelbeere ist eine Züchtung aus der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum), die im Englischen „highbush blueberry“ genannt wird. Die Kulturform, die auf Plantagen angebaut wird, stammt also nicht von unserer heimischen Waldheidelbeere ab.
So unterscheiden sich wilde und gezüchtete Heidelbeeren in Aussehen und Geschmack
Die wilden Waldheidelbeeren sind kleiner als die Kulturheidelbeeren und dunkelblau bis fast schwarz, auch im Inneren. Wenn du mal welche bei einem Waldspaziergang gesammelt hast, weißt du, wie schön und langanhaltend sie die Finger und die Zunge färben. Die wilden Beeren schmecken säuerlich-süß. Sie sind saftiger und ihr Aroma intensiver.
Die Kulturheidelbeeren sind also größer und etwas heller. Das Fruchtfleisch im Inneren ist weiß oder leicht hellgrünlich, die Haut dünner. Die Kultursorte schmeckt süßer, weniger aromatisch, aber ebenfalls sehr gut.
Ich mag beide Sorten, aber die Kulturheidelbeere hat einen entscheidenden Vorteil. Sie ist das ganze Jahr im Supermarkt verfügbar, während die Waldheidelbeeren nur saisonal erhältlich sind. Man muss also nicht zum Pflücken der Blaubeeren in den Wald, das sehr begrenzte Angebot auf dem Wochenmarkt zur Erntezeit nutzen oder auf tiefgefrorene Beeren zurückgreifen.
Wissenswertes: Die Blütezeit von wilden Heidelbeeren beginnt Ende April, danach entwickeln sich die Früchte nach und nach. In sonnigen Lagen kann die Ernte schon im Juni beginnen, während in schattigen Lagen oder höheren Regionen auch im August oder etwas später noch Beeren zu finden sind. Es hängt stark vom Wetter ab. Zerstört Frost die Blüten, ist es generell zu kalt im Frühling oder zu trocken, können die Erträge sehr gering ausfallen, sodass sich das Blaubeerpflücken kaum lohnt.
Ist die Wildheidelbeere gesünder als die Kulturheidelbeere?
Wie alle Beeren gelten beide Sorten als sehr gesund und punkten mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Sie sind zuckerarm und haben nur etwa 45 kcal pro 100 Gramm. Die Waldheidelbeere enthält aber aufgrund ihrer intensiveren Blaufärbung deutlich mehr Anthocyane. Diesen Pflanzenfarbstoffen wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. Und das ist auch der Grund, weswegen die Beeren aus dem Wald gesünder sein sollen.
Wie sieht es ist mit der Pestizidbelastung aus?
Waldheidelbeeren wachsen wild und naturbelassen im Wald, das wirkt sich positiv auf ihren Nährstoffgehalt aus. Kulturheidelbeeren hingegen gedeihen auf Plantagen und können mit Pestiziden belastet sein, wobei es auch Beeren aus Bio-Anbau gibt.
Muss man Blaubeeren waschen?
Die Kulturheidelbeeren muss man natürlich gründlich abspülen, bevor man sie isst. Auch Wildheidelbeeren sollte man gut waschen, auch wenn wir sie früher bei einem Waldspaziergang einfach vom Strauch genascht haben.
TK-Waldheidelbeeren, die direkt nach der Ernte eingefroren werden, sollte man vor dem Verzehr sogar erhitzen, um mögliche Krankheitserreger unschädlich zu machen.
Wie du Blaubeeren in der Küche verwenden kannst:
- roh und pur genießen
- in Müsli, Joghurt oder Smoothies mischen
- zu Pancakes, Waffeln oder Desserts geben
- für Konfitüre, Kompott oder Dessertsoßen einkochen
- Muffins, Kuchen oder Crumbles damit backen
- als Topping zu Eis oder Frischkäse servieren
- zu Sirup oder Saft verarbeiten
- für Overnight Oats verwenden
- Tee oder Wasser damit aromatisieren
- für den Vorrat Waldheidelbeeren trocknen, einfrieren oder einkochen
Tipp: Getrocknete Heidelbeeren finden nicht nur Verwendung in Müslis, Kuchen und Desserts. Auch in der Naturmedizin werden sie genutzt, denn man sagt ihnen eine heilende Wirkung nach.
Wie du Blaubeeren kreativ einsetzen kannst:
- wilde Beeren zum Färben von Ostereiern verwenden
- natürliche Tinte zum Malen und Schreiben herstellen
- für herbstliche Dekorationen nutzen
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